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Röchling-Gruppe kommt stabil durch das zweite Jahr der Corona-Pandemie

Bilden aktuell den Vorstand der Röchling-Gruppe (von links): Franz Lübbers, Vorstandsvorsitzender von Röchling Industrial, Raphael Wolfram, Vorstandssprecher der Röchling-Gruppe sowie Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand von Röchling Automotive, und Evelyn Thome, Finanzvorstand der Röchling-Gruppe.

  • Mannheimer Kunststoffverarbeiter verbucht im Jahr 2021 eine Umsatzsteigerung auf insgesamt 2,207 Milliarden Euro
  • Raphael Wolfram, Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand von Röchling Automotive, zum Sprecher des Gruppenvorstands bestellt

Mannheim, 2. Juni 2022 | Die Röchling-Gruppe, die in diesem Jahr ihr 200-jähriges Bestehen feiert, hat das zweite Jahr der Corona-Pandemie gut überstanden und im vergangenen Jahr ein deutliches Umsatzplus erwirtschaftet. Allerdings konnte der Mannheimer Kunststoffverarbeiter, der im Jahr 1822 in Saarbrücken durch Friedrich Ludwig Röchling als Kohlehandlung gegründet worden ist, das Vor-Corona-Umsatzniveau noch nicht erreichen. Bei einem Umsatz von 2,207 Milliarden Euro verbuchte Röchling im Jahr 2021 ein Plus von 8,2 Prozent (168 Millionen Euro) gegenüber dem Vorjahr. 858,6 Millionen Euro davon wurden in Deutschland erwirtschaftet, 633,8 Millionen Euro im übrigen Europa, 406,9 Millionen Euro in den Amerikas sowie 308 Millionen Euro in Asien.

Auch das Ergebnis vor Ertragssteuer entwickelte sich positiv. Nach dem coronabedingten Einbruch im Jahr 2020 auf 2,3 Millionen Euro erreichte es mit 79,4 Millionen Euro fast wieder Vor-Corona-Niveau. Die Mitarbeiterzahl stieg innerhalb von zwölf Monaten von 11.094 leicht auf 11.245, was vor allem auf personelle Aufstockungen bei Röchling Industrial zurückzuführen ist. Insgesamt arbeiteten 4.458 Mitarbeitende in Deutschland, 3.282 im übrigen Europa, 1.808 in den Amerikas sowie 1.697 in Asien. In Baden-Württemberg arbeiteten 574 Beschäftigte für Röchling, in Rheinland-Pfalz 1.106 und in Hessen 154.

Getrieben wurde das wirtschaftliche Wachstum vor allem durch den Unternehmensbereich Industrial, der dank seiner umfangreichen Industrieorientierung erstmals in seiner Geschichte die Milliarden-Grenze übersprang und ein Plus von 206 Millionen Euro auf insgesamt 1,008 Milliarden Euro verbuchte. Auch der Unternehmensbereich Medical baute sein Geschäft im Jahr 2021 von 163,9 Millionen Euro auf 182,6 Millionen Euro aus. Hingegen verzeichnete der Unternehmensbereich Automotive einen Rückgang von 56 Millionen Euro auf nunmehr 1,020 Milliarden Euro. Dieses Minus wurde vor allem durch einen weltweit weiterhin angespannten Automobilmarkt, gepaart mit dem Mangel an Halbleitern, hervorgerufen.

Für das laufende Jahr, das aktuell neben den bereits vorhandenen Herausforderungen vor allem durch den Krieg in der Ukraine gekennzeichnet ist, fällt eine Vorhersage derzeit schwer. Trotz der besonderen Einflüsse verzeichnete die Röchling-Gruppe einen guten Start in das Jahr 2022. Zum Ende des ersten Quartals bezifferte sich der Umsatz auf 618,1 Millionen Euro und lag damit deutlich über Plan und fast 60 Millionen Euro über dem ersten Quartal des Vorjahres.

Getrieben wurde der Zuwachs im ersten Quartal 2022 weiterhin von Röchling Industrial mit einem Plus von 27,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal und von Röchling Medical mit einem Plus von 17,5 Prozent. Die Lage für die Zulieferer der Automobilindustrie blieb auch zu Beginn des Jahres angesichts von zeitweiligen Werkschließungen bei den Automobilherstellern angespannt, was sich auch bei Röchling Automotive in einem leichten Umsatzrückgang in Höhe von 5,8 Prozent widerspiegelte. Der deutliche Umsatzzuwachs bei Röchling Industrial hat auch weiterhin einen Personalaufbau zur Folge: Zum Ende des ersten Quartals 2022 beschäftigte die Röchling-Gruppe insgesamt 11.475 Mitarbeitende.

„Nach dem schwierigen Jahr 2020 haben wir als Gruppe im vergangenen Jahr wieder zu alter Stärke gefunden. Angekurbelt wurde unser Geschäft dabei aufgrund der weltweiten Nachfrage von Kunststofferzeugnissen von Röchling Industrial. Wir sind zuversichtlich, dass wir die gute Entwicklung des vergangenen Jahres auch für 2022 verzeichnen werden. Auch wenn aktuell die wirtschaftlichen Herausforderungen mannigfaltig sind und voraussichtlich auch noch länger so bleiben werden, rechnen wir Insgesamt mit einem Umsatzplus im niedrigen einstelligen Prozentbereich“, betont Raphael Wolfram, neuer Vorstandssprecher der Röchling-Gruppe und Vorstandsvorsitzender sowie Finanzvorstand von Röchling Automotive, beim Bilanzpressegespräch am Donnerstag in Mannheim. Im Rahmen einer modernisierten Governance verzichtet die Röchling-Gruppe zukünftig auf den Posten eines Vorstandsvorsitzenden und überträgt die Aufgabe der Koordination und Vertretung des Gruppenvorstands dem neu berufenen Sprecher. Der bisherige Vorstandsvorsitzende ad interim, Rainer Schulz, wurde Ende Mai 2022 verabschiedet. Er fungiert künftig wieder als Beiratsmitglied der Röchling-Gruppe.

Um seine Nachhaltigkeitsaktivitäten weiter zu stärken, hat das Unternehmen ein „Röchling Board Sustainability“ gegründet, das sich mit den wichtigsten Fragen zur Nachhaltigkeit beschäftigt. Ein Schwerpunkt ist dabei der Ausbau des nachhaltigen Produktportfolios, wozu Röchling im Oktober auf der K 2022 in Düsseldorf mit Röchling-BioBoom® für Biokunststoffe und mit Röchling-ReLoop® für Rezyklate zwei neue Produktfamilien vorstellen wird. Auch die Zertifizierung nach dem internationalen Nachhaltigkeitsstandard ISCC PLUS zur Förderung der Nutzung biobasierter Rohstoffe in der Industrie ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie von Röchling.

Röchling Industrial: Der Fels in der Brandung mit Rekordumsatz

Der Absatz von Halbzeugen und Fertigteilen aus thermoplastischen und duroplastischen Kunststoffen von Röchling Industrial blieb in allen relevanten Industrien im vergangenen Jahr auf einem sehr hohen Niveau. Das war das Ergebnis einer verlässlichen globalen Produktion im Corona-Jahr 2020 und einer individuellen Ansprache verschiedener Industrien. „Diesen Schwung haben wir in das vergangene Jahr mitnehmen können. Wir geben unseren Kunden das klare Versprechen, dass die Versorgung mit Röchling-Produkten aufgrund unserer weltweiten Aufstellung trotz der Lieferkettenproblematik gesichert ist“, sagt Franz Lübbers, Vorstandsvorsitzender von Röchling Industrial. Die Industrieorientierung des Unternehmensbereichs lässt sich auch an der im vergangenen Jahr erfolgten Umfirmierung der Gesellschaften zu Röchling Industrial erkennen.

Über Volumenerhöhung und die erfolgreiche Weitergabe des Materialkostenanstiegs erzielte der Unternehmensbereich einen Rekordumsatz jenseits der Milliarden-Grenze und sorgte damit ganz wesentlich für das gute Jahresergebnis der Röchling-Gruppe. Der Zuwachs schlug sich auch im Ergebnis vor Steuern nieder, das höher lag als im Jahr zuvor und zeigt einmal mehr die Profitabilität des Unternehmensbereichs. „Aufgrund unserer hohen Kompetenz und des Engagements unseres gesamten Teams sowie unseren antizyklischen Investitionen haben wir dieses sensationelle Rekordjahr verzeichnen können“, sagt Lübbers.

Röchling Industrial investierte im vergangenen Jahr insgesamt 58,4 Millionen Euro. Neben weltweiten Investitionen in Produktionsanlagen und Logistikzentren wurde dabei mit der Fertigstellung des Baus für das Industrial-Center am Standort in Haren/Deutschland ein weiterer Grundstein für die Fokussierung auf das Industriemanagement und für die Stärkung der Innovationskraft des Unternehmensbereichs gelegt.

Zum Stichtag 31. Dezember 2021 zählte Röchling Industrial insgesamt 4.196 Mitarbeitende. Das bedeutet einen Anstieg in Höhe von 333 Mitarbeitenden im Vergleich zum Vorjahr. Um ihnen ein angenehmes und sicheres Arbeitsumfeld zu gewährleisten, setzt Röchling Industrial die weltweite „Responsible Care“-Initiative der chemischen Industrie konsequent um und verbessert damit neben dem Gesundheitsschutz auch kontinuierlich den Umweltschutz und die Sicherheit im Unternehmen.

Auch für das laufende Jahr stehen die Zeichen bei Röchling Industrial auf Wachstum: „Wir haben einen exzellenten Start in das Jahr 2022 mit weiteren Rekordzahlen für die ersten vier Monate hingelegt“, sagt Franz Lübbers. Weiteres Wachstum soll neben dem organischen auch durch Akquisitionen in den Kernindustrien von Röchling Industrial erfolgen.

Röchling Automotive: Halbleitermangel und Kurzarbeit trüben die Bilanz

Die weltweiten Probleme in den Lieferketten sowie die fortwährend angespannte Situation auf dem Halbleitermarkt drückten, trotz voller Auftragsbücher, auf die Erholung der internationalen Automobilmärkte. Insbesondere die europäischen Automobilhersteller waren von der Knappheit an Halbleitern betroffen, was bei ihnen zu Werkschließungen und Kurzarbeit führte. Dies hatte Folgen für die Zulieferer. Laut Branchenexperten konnten im Jahr 2021 aufgrund von fehlenden Komponenten rund elf Millionen Autos nicht gebaut werden. Allein in Deutschland ging die Zahl der gefertigten Autos um drei Prozent auf 2,3 Millionen Einheiten zurück.

Für Röchling Automotive machte sich dabei vor allem der Rückgang an verkauften Diesel-Autos bemerkbar, ist der Unternehmensbereich doch einer der Weltmarktführer bei der Produktion von SCR-Tanks. Die Folge des wirtschaftlichen Drucks war eine Reduzierung der Zahl der Mitarbeitenden. Zum Stichtag 31. Dezember 2021 waren 5.752 Personen bei Röchling Automotive beschäftigt, ein Rückgang innerhalb der vorangegangenen zwölf Monate um 259. Nach einem Minus im Vorjahr erzielte der Unternehmensbereich wieder ein positives Ergebnis.

Insgesamt investierte Röchling Automotive im vergangenen Jahr 34 Millionen Euro und lag damit leicht unter dem Vorjahreswert. Einher gingen mit den Investitionen etwa Produktionserweiterungen in Kunshan/China und Suzhou/China sowie der Kauf von Gebäude und Grundstück in Gijzegem/Belgien.

„Die Schließung bei den Automobilproduzenten aufgrund der Störungen in der globalen Lieferkette und des Halbleitermangels hatte einen direkten Einfluss auf unser Umsatzvolumen. Aufgrund eines starken Novembers und Dezembers haben wir aber doch die Eine-Milliarde-Euro-Marke erreicht und damit trotz der schwierigen Rahmenbedingungen noch ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt“, betont Raphael Wolfram, Vorstandsvorsitzender von Röchling Automotive.

Dass die Corona-Pandemie im Jahr 2022 noch nicht gänzlich überwunden ist, zeigen auch die Lockdowns im Rahmen der Null-Covid-Strategie in China. Aufgrund von lokalen Ausbrüchen und den damit verhängten Lockdowns mussten zwei Automotive-Werke für fast einen Monat geschlossen werden. Nur aufgrund des besonderen Engagements der Mitarbeitenden konnte die dortige Produktion aufrechterhalten werden.

Im Januar und Februar blieb das Geschäft für Röchling Automotive stark. Der Ausbruch des Krieges in der Ukraine Ende Februar machte der positiven Entwicklung jedoch ein Ende und führte sogar zu Kurzarbeit in einigen Werken. Diese wurden durch fehlende Abrufe seitens der Automobilhersteller hervorgerufen, die nicht mehr mit Kabelsträngen aus der Ukraine beliefert werden konnten und ihre Produktion zwischenzeitlich einstellen mussten.

Röchling Medical: Anpassungen beim Portfolio stärken das Geschäft

Langfristige Profitabilität und Beständigkeit schaffen. Dieses Ziel hat sich Röchling Medical bis zum Jahr 2025 auf die Fahne geschrieben. Dafür wurde im vergangenen Jahr damit begonnen, Organisation und Prozesse anzupassen sowie die bestehenden Kundenbeziehungen zu intensivieren und neue aufzubauen. So wurden zum Ende des vergangenen Jahres etwa mit Dr. Andreas Gabriel als Chief Operating Officer und Joachim Lehmann als Chief Financial Officer zwei Manager neu in den Medical-Vorstand berufen. Spätestens zum 1. August kommt mit Dr. Daniel Bühler vom Berliner Medizintechnik-Unternehmen Biotronik ein neuer Vorstandsvorsitzender für Röchling Medical ins Unternehmen. Er wird dann auch in den Gruppenvorstand berufen. Der bisherige Medical-Vorstandsvorsitzende, Dr. Boris Fröhlich, konzentriert sich ab dann auf seine Aufgabe als Chief Sales Officer. Diese Funktion hat er aktuell in Personalunion inne. Neben den personellen und organisatorischen Veränderungen wurde im vergangenen Jahr auch das Portfolio des Unternehmensbereichs angepasst.

Die ersten positiven Effekte wurden bereits sichtbar: Röchling Medical lag im vierten Quartal des vergangenen Jahres mit einem Umsatz in Höhe von 46,3 Millionen Euro über dem Vorjahresniveau (38,1 Millionen Euro). Auch wenn insgesamt das Vorsteuer-Ergebnis für das vergangene Jahr noch negativ ist, zeigte sich der Unternehmensbereich deutlich robuster als noch im Vorjahr. „Wir hatten auch im Jahr 2021 mit Verschiebungen bei den elektiven Operationen zu verzeichnen. Diese werden in einer Vielzahl auch nicht nachgeholt. Der ausbleibende Aufhol-Effekt hatte negative Auswirkungen auf das Geschäft unserer Kunden und damit auch für uns. Die Markterholung bezüglich Corona erfolgte in den USA deutlich früher als in Europa“, sagt Evelyn Thome, Finanzvorstand der Röchling-Gruppe.

Die Investitionen bezifferten sich bei Röchling Medical auf 24,3 Millionen Euro und lagen damit fast sechs Millionen Euro über dem Vorjahresniveau. Investiert wurde vor allem in den Bau eines Gebäudes zur Steigerung der Produktionskapazität am Standort in Neuhaus am Rennweg/Deutschland, aber auch in Maschinenausstattung und Automatisierung. „Wir investieren in den zukünftigen Erfolg unserer Kunden“, betont Evelyn Thome. Der Unternehmensbereich stützt sich dabei auch auf sein Personal: Die Mitarbeiterzahl stieg bis Ende 2021 von 1.155 auf 1.228.

Röchling Medical verzeichnete entgegen allen negativen äußeren Einflüssen einen robusten Start in das Jahr 2022 mit einem positiven Ausblick für die kommenden Monate. So lag der Auftragseingang im ersten Quartal mit 70,8 Millionen Euro fast 15 Millionen Euro höher als noch im Vorjahresquartal. Preisanpassungen und Materialkostenanpassungen der vorangegangenen Monate wirkten sich positiv auf den Umsatz aus, der mit 51,6 Millionen Euro um fast acht Millionen Euro höher lag als noch im ersten Quartal 2021. Für das zweite Halbjahr rechnet der Unternehmensbereich mit stabil hohen Umsätzen, sofern es nicht zu gravierenden Einflüssen aus dem Krieg in der Ukraine kommt.

Ausblick: Röchling Industrial sorgt weiter für stabile Profitabilität der Röchling-Gruppe

Der Krieg in der Ukraine führt nicht nur zu einem verlangsamten Wirtschaftswachstum, sondern auch zu einer Erhöhung der Preise. Zum einen hat der Internationale Währungsfonds im April seine Prognose für die Jahre 2022 und 2023 auf 3,6 Prozent gesenkt, zum anderen erwarten die Experten einen Anstieg der Verbraucherpreise im laufenden Jahr von 5,7 Prozent in fortgeschrittenen Volkswirtschaften und von 8,7 Prozent in Schwellen- und Entwicklungsländern.

Diese Tendenz hat auch massive Auswirkungen auf die Kunststoffindustrie in einer Zeit, in der viele Unternehmen noch mit den Folgen der Coronavirus-Pandemie zu kämpfen haben. Lieferengpässe und Preiserhöhungen von Rohstoffen und Vorprodukten haben negative Auswirkungen auf die Produktionsfähigkeit der Unternehmen. Dementsprechend reagiert die Kunststoffbranche auch mit gedämpften Zukunftsaussichten. Laut einer Umfrage des Verbands der Chemischen Industrie (VDI) gehen 54 Prozent der befragten Unternehmen davon aus, dass sie in diesem Jahr einen Rückgang an Produktion und Umsatz zu verzeichnen haben.

Der in der EU diskutierte Lieferstopp für russisches Gas träfe Röchling nur an wenigen Standorten direkt, da nur für spezielle Technologien Gas zum Betrieb der Anlagen eingesetzt wird. Die indirekten Auswirkungen wären jedoch, wenn es zu einem Versorgungsstopp kommt, aufgrund der aktuellen Wirtschaftsschwäche in Europa erheblich.

Für das erste Quartal 2022 bestanden für die Röchling-Gruppe die Herausforderungen vor allem in der anhaltenden Rohstoffknappheit, Materialpreiserhöhungen durch die Lieferanten, fehlende Transportkapazitäten, im Gesundheitsschutz für die Belegschaft sowie kostenoptimale Produktion trotz quarantänebedingter Ausfälle der Mitarbeitenden. „Wir erleben ein wirtschaftlich äußerst herausforderndes Umfeld, in dem sich die breite Diversifikation der Röchling-Gruppe einmal mehr als Stärke zeigt. Wir haben im Rahmen unserer Pläne das erste Quartal abgeschlossen und konnten halten, was wir uns vorgenommen haben. Der Blick auf die kommenden Monate bleibt vorsichtig und wir bereiten uns in allen Unternehmensbereichen auf eine angespannte Lage der Gesamtwirtschaft vor“, sagt Wolfram. Insgesamt rechnet der Vorstand trotzdem erneut mit einem deutlich positiven Ergebnis für das Gesamtjahr. Vor allem der Unternehmensbereich Industrial wird zum profitablen Wachstum der Röchling Gruppe in diesem Jahr beitragen.

200 Jahre Röchling

Friedrich Ludwig Röchling legte 1822 mit der Gründung eines Kohlehandels in Saarbrücken den Grundstein für die heutige Unternehmensgruppe Röchling. Kinderlos geblieben setzte er die vier Kinder seines Bruders Christian als Erben ein: Theodor, Ernst, Carl und Fritz Röchling. Die heutigen mehr als 200 Gesellschafter sind allesamt Nachkommen von Christian Röchling und seiner Ehefrau Charlotte.

Durch eine Filialisierung des Handels gelang eine rasche Expansion innerhalb Deutschlands sowie der Einstieg in den Eisenhandel. Parallel dazu wurde eine Integration vor- und nachgelagerter Produktionsstufen angestrebt. Das Familienunternehmen erhielt sich durch den Abbau eigener Kohle und Eisenerze eine Unabhängigkeit gegenüber Lieferanten. Mit der Aufnahme der Produktion von Koks und Eisen in unternehmenseigenen Anlagen wurden steigende Nachfragen gedeckt.

1881 erwarb Carl Röchling die Völklinger Hütte und nahm, fortan unter dem Namen Völklinger Eisenwerk Gebrüder Röchling die unternehmerische Neuausrichtung auf die industrielle Stahlproduktion vor. Das Unternehmen war vollends in der Montanindustrie angekommen und avancierte bis 1890 zum größten Hersteller von Eisenträgern Deutschlands. 1972 zog sich Röchling aus dieser Industrie, wie später auch aus vielen anderen, zurück. 1920/21 erwarb Röchling die Holzveredelung GmbH in Berlin, ein Pionierunternehmen der neu aufkommenden Industrie künstlicher Werkstoffe, und begründete damit eine zweite Werkstofftradition: Kunststoffe.

Im Jahr seines 200-jährigen Bestehens agiert das Unternehmen Röchling als weltweiter Hersteller kundenindividueller Hochleistungs-Werkstoffe und hochspezialisierter Produkte aus Kunststoff in den drei Unternehmensbereichen Industrial, Automotive und Medical. Röchling produziert im Jahr 2022, 200 Jahre nach der Unternehmensgründung, an mehr als 90 Standorten in 25 Ländern und zählt rund 11.250 Mitarbeiter.

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