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Es ist alles eine Frage des Vertrauens

Röchling Automotive hat seit 2006, dem Jahr des Einstiegs in das Reich der Mitte, insgesamt fünf Werke und ein Engineering Center in China gegründet. Auch in weiteren Ländern Asiens ist das Unternehmen vertreten – und konkurriert dabei verstärkt mit lokalen Wettbewerbern, nicht zuletzt auch um Arbeitskräfte. Wie überzeugt man chinesische Bewerber von seiner Attraktivität als Arbeitgeber? Wie hebt man sich von anderen Firmen ab? Weshalb bleiben einem Mitarbeiter treu? Zwei chinesische Führungskräfte finden: Vertrauen spielt eine zentrale Rolle.

 

Edward Huang (l.), General Manager Operations von Röchling Automotive in Asien, und sein Kollege Peter Wang, General Manager Sales, sind sich einig: Gegenseitiges Vertrauen erhöht die Arbeitszufriedenheit. Fehlendes Vertrauen dagegen schwächt die Effizienz und damit den Erfolg eines Teams. Die beiden ziehen an einem Strang.
Edward Huang (l.), General Manager Operations von Röchling Automotive in Asien, und sein Kollege Peter Wang, General Manager Sales, sind sich einig: Gegenseitiges Vertrauen erhöht die Arbeitszufriedenheit. Fehlendes Vertrauen dagegen schwächt die Effizienz und damit den Erfolg eines Teams. Die beiden ziehen an einem Strang.

用人不疑,疑人不用——孟子

„Einem Menschen, dem man Verantwortung überträgt, sollte man nicht misstrauen. Einem Menschen, dem man misstraut, sollte man keine Verantwortung übertragen.“

Mengzi (circa 370–290 v. Chr.)

Edward Huang arbeitet für Röchling Automotive Kunshan. Seit 13 Jahren. In China, wo Mitarbeiter ihren Arbeitgeber vergleichsweise häufig wechseln, ist das eine lange Zeit. Und in dieser Zeit hat es Huang bis ganz an die Spitze geschafft: Er ist General Manager Operations von Röchling Automotive in Asien. Das heißt vor allem eines: kommunizieren, zuhören, entscheiden. Jeden Morgen fährt er die knapp 30 Kilometer weite Strecke von seiner Wohnung in Suzhou zum Werk nach Kunshan – es sei denn, eine Dienstreise mit dem Flugzeug steht auf dem Programm. Solche Reisen machen knapp ein Drittel seiner Arbeitszeit aus.

Huangs Tagesgeschäft wird bestimmt vom regelmäßigen Austausch mit Werkleitern, Betriebsleitern, Vertriebsmanagern und Führungskräften, etwa aus den Bereichen Qualität, Engineering und Logistik. Es geht um Werke und Standorte in China, Thailand, Japan, Indien und Korea. Auch mit Mitarbeitern außerhalb des operativen Bereichs – vom Controlling über die Entwicklung bis zum Einkauf – redet Huang täglich. Hinzu kommen regelmäßige Telefonate und Treffen mit den deutschen Managern von Röchling Automotive in Europa.

Die Informationen, die er in diesen Gesprächen sammelt, sind wesentlich für seine Entscheidungen: Er befindet über Investitionen für neue Projekte und Werke genauso wie über Maßnahmen, mit denen sich Prozesse, Verfahren oder Produkte optimieren lassen. Er sagt, wie Ressourcen genutzt werden sollen, um die Ziele zu erreichen. Er trifft nach Vorstellungsgesprächen für Schlüsselpositionen die Personalauswahl. „Bei all diesen Entscheidungen muss ich mich auf mich selbst, aber vor allem auf das Know-how und die Erfahrung meiner Mannschaft verlassen können. Ohne dieses Vertrauen geht gar nichts“, sagt Huang. Gleichzeitig weiß er: Auch ihm wird großes Vertrauen geschenkt. Von den eigenen Mitarbeitern genauso wie vom Management in Deutschland. Das Vertrauen seines Arbeitgebers spielt für ihn eine zentrale Rolle und macht einen Großteil seiner Arbeitszufriedenheit aus. „Es hilft mir, meine Ziele zu erreichen, Herausforderungen zu meistern und die richtigen Dinge ohne Zögern zu tun.“

Die beiden Manager von Röchling Automotive Kunshan wissen, dass sie sich voll auf das Know-how und die Erfahrung der Mannschaft verlassen können. Die Stärken der Mitarbeiter zu erkennen, ihnen realistische Ziele zu setzen und sie darin zu unterstützen, diese zu erreichen – darin sehen Edward Huang und Peter Wang eine ihrer wesentlichen Aufgaben.

Huang ist dabei klar, dass Vertrauen sich nicht einfach nebenher aufbauen und aufrechterhalten lässt. Im Gegenteil: Als Unternehmen müsse man darauf viel Zeit und Energie verwenden. Auch persönliches Charisma sei hilfreich. Der 49-Jährige, das merkt man im Gespräch, hat sich mit diesen Dingen intensiv beschäftigt. Er hat – neben seinem MBA – einen Abschluss in Angewandter Psychologie gemacht, kennt sich also in Theorie und Praxis aus. Vertrauen, sagt Huang, vermittle ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Ohne Vertrauen keine effizienten Teams. „Die Mitarbeiter verbringen die meiste Zeit ihres Tages bei uns. Unser Auftrag ist es, dafür zu sorgen, dass dies eine zufriedenstellende und ausgefüllte Zeit ist. Denn auch wer hart arbeitet, kann sehr viel Freude in seinem Beruf haben“, sagt Huang, und meint dabei nicht zuletzt sich selbst. Ein freundlicher Umgang miteinander, ein gutes Wort, ein vertrauensvolles Miteinander – all das macht für ihn eine positive Arbeitsatmosphäre aus.

 

Seine Aufgabe als Führungskraft sieht der Manager darin, die Stärken der Mitarbeiter zu erkennen, ihnen realistische Ziele zu setzen und sie darin zu unterstützen, diese zu erreichen: „Dann sind sie stolz auf sich. Und dann arbeiten sie gerne in unserem Unternehmen.“ Natürlich gebe es weitere Faktoren, die stimmen müssten: faire, klare Regelungen, ein angemessenes Gehalt, eine starke Unternehmenskultur und ebensolche Organisationsstrukturen. „Außerdem arbeitet man in der Regel lieber für ein erfolgreiches Unternehmen als für eines in der Krise“, sagt Huang.

Lange Treue zum Unternehmen

Für ihn persönlich seien einige wenige Punkte ausschlaggebend dafür gewesen, Röchling Automotive so lange die Treue zu halten. Zum einen kann er seine Stärken einbringen, zu denen er sein technisches und sein betriebswirtschaftliches Know-how zählt. Zweitens wertschätzt er sein Team und die Zusammenarbeit mit ihm. Drittens hat er großes Vertrauen und eine gute Beziehung zu seinem Chef.

Die hat auch Peter Wang, General Manager Sales für Röchling Automotive in Asien. „Die Mitglieder des Managementteams waren zunächst meine Lehrer, heute sind sie meine Freunde“, sagt Wang. Als Vertriebschef reist Wang viel, hat ein Ohr am Markt, trifft sich mit Vertretern von Kunden, Organisationen und Behörden und versucht so, immer auf dem neuesten Stand der Dinge zu sein. „All dies hilft uns bei der Entwicklung und Optimierung unserer Strategie und in der Zusammenarbeit mit unseren Partnern und Kunden. In Zeiten, in denen sich alles rasend schnell verändert, ist das entscheidend.“

Den Wettbewerb um qualifizierte und motivierte Arbeitskräfte kann Röchling nach Wangs Auffassung nur dann für sich entscheiden, wenn das Unternehmen seinen Mitarbeitern ein Gefühl der Zugehörigkeit und der beruflichen Erfüllung vermittle. „Naturgemäß gelingt dies chinesischen Unternehmen, vor allem staatlichen, besser. Denn sie sind den Bewerbern viel vertrauter“, so Wang. Da spiele es eine untergeordnete Rolle, dass man bei einem ausländischen Unternehmen meistens mehr Geld verdiene. Wichtiger sei etwas anderes: Chinesischen Mitarbeitern müsse man vor allem Karrierechancen bieten. „Karriere ist uns wichtig, und wir sind bereit, dafür permanent zu lernen. Lernen liegt in unserer DNA“, sagt der 40-Jährige, der schon für mehrere deutsche Unternehmen gearbeitet hat. Seit zwölf Jahren ist Wang nun schon bei Röchling und hat in dieser Zeit viele Stufen auf der Karriereleiter erklommen.

Vertrauen fördert Vertrauen

Keine Einbahnstraße, sondern eine auf Gegenseitigkeit beruhende Beziehung: Im Werk in Kunshan entsteht durch Vertrauen eine Atmosphäre, die positive Energie freisetzt und den Mitarbeitern das Gefühl gibt, eine große Familie zu sein.
Keine Einbahnstraße, sondern eine auf Gegenseitigkeit beruhende Beziehung: Im Werk in Kunshan entsteht durch Vertrauen eine Atmosphäre, die positive Energie freisetzt und den Mitarbeitern das Gefühl gibt, eine große Familie zu sein.

Mitarbeiter zu ermuntern, richtig innovativ zu sein, um so die Produkte und Dienstleistungen von Röchling Automotive besonders nachhaltig zu machen – das zählt er zu seinen wesentlichen Aufgaben. Wang ist überzeugt: Gerade dort, wo Innovationen gefragt sind, geht es nicht ohne Vertrauen. Denn wo Vertrauen herrscht, fühlen sich Menschen sicher, das wiederum wirkt sich positiv auf ihre Arbeit und das Unternehmensklima aus, und dadurch entsteht neues Vertrauen. Ein Kreislauf wird in Gang gesetzt – Vertrauen fördert Vertrauen. Für ihn persönlich sei ein solches Klima wichtig, und bei Röchling Automotive habe er es von Beginn an gespürt: „Es ist eine Atmosphäre, die positive Energie freisetzt und den Mitarbeitern das Gefühl gibt, eine Familie zu sein.“ Zu dieser Familie gehören auch die Chefs. „Der Markt verändert sich so schnell. Mangelndes Vertrauen zum Beispiel zwischen mir und meinem Chef würde viel Zeit und Energie kosten – das kann man sich gar nicht leisten“, sagt Wang. Vor allem bei bedeutenden Geschäftsentwicklungen und Produktentscheidungen müsse er sicher sein, dass Röchling komplett hinter ihm stehe.

Als Vertriebsverantwortlicher hat Wang, der wie sein Managementkollege Huang in Suzhou lebt, vor allem auch die Kunden im Blick. Für Röchling Automotive sei der Kunde König. Denn seine Zufriedenheit entscheide über den Erfolg des Unternehmens. „Nur wenn der Kunde uns vertraut, wird er mit uns Geschäfte machen. Und sein Vertrauen werden wir nur dann gewinnen, wenn wir professionell auftreten und ihm glaubhaft vermitteln, dass wir die Experten sind, die ihm dabei helfen, innovative Produkte auf den Markt zu bringen und damit Gewinne zu erzielen“, sagt Wang. Man müsse genau zuhören, um die Werte und Wünsche des Kunden zu verstehen. Einmal gewonnenes Vertrauen dürfe man nicht verspielen, zum Beispiel durch Übertreibungen und Versprechen, die man nachher nicht halten könne. „Wir müssen den Kunden mit ins Boot holen und dann gemeinsam an den besten Lösungen arbeiten.“

In Verhandlungen, bei denen es unter dem Strich stets um Nutzen und Gewinn gehe, seien Geben und Nehmen wichtig. „Dabei handelt es sich aber um viel mehr als um eine Verhandlungsstrategie. Es ist eine Haltung und eine Form der Weisheit“, sagt Wang. Im Wettbewerb, davon sind Wang und Huang gleichermaßen überzeugt, gewinnt am Ende jedenfalls immer das Team, das nach innen und nach außen vertrauensvolle Beziehungen pflegt.

Mengzi, Meister Meng

war der bedeutendste Nachfolger des Konfuzius. Dessen zentrales Thema war eine moralisch einwandfreie Lebensweise, die andere Menschen achtet und nach lebenslangem Lernen strebt. Konfuzius idealisierte in seinen Theorien bevorzugt das Finden von Harmonie, Mitte und Gleichgewicht, das hohe Gut der Bildung, Gerechtigkeit, Moral und – Vertrauen. Mengzi reformierte die philosophische Richtung des Konfuzius und entwickelte sie weiter. Er sorgte dafür, dass der Konfuzianismus unter der Han-Dynastie zur chinesischen Staats-philosophie aufsteigen konnte. Wie Konfuzius bereiste auch Mengzi das Riesenreich China 40 Jahre lang und bot den Herrschern seinen Rat an.

Mengzi (circa 370–290 v. Chr.)

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